Mein ziemlich kleiner Freund

Diane (Virginie Efira) ist eine Frau, die mit beiden Beinen fest auf dem Boden steht: selbstbestimmt, erfolgreich in ihrem Beruf als Anwältin und natürlich hat sie die gleichen Sorgen wie andere auch.

Angefangen bei ihrem Ex-Mann, mit dem sie immer noch die gemeinsame Kanzlei leitet und aufgehört bei dem Handy, das sie nach einem Streit mit eben diesem in einem Café hat liegen lassen.

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Das einzige, was sie noch möchte ist Zuhause ein heißes Bad nehmen und diesen Tag vergessen. Da klingelt das Telefon und ein gewisser Alexandre (Jean Dujardin) meldet sich, der angibt, ihr Handy gefunden zu haben.

Eine freundliche Stimme zu hören ist genau das, was Diane jetzt gebraucht hat – noch dazu die eines humorvollen Mannes, der sie zu einem Date einlädt. Nur, um das Handy an seine rechtmäßige Besitzerin zurückzugeben versteht sich.

Diane ist weder naiv noch verzweifelt, aber was sei schon dabei, ein kurzes Treffen im öffentlichen Raum mit jeder Menge Menschen um einen herum. Doch als sie vor Alexandre eintrifft und auf ihn wartet, fehlen ihr die Worte, als sie ihn auf sich zukommen lässt.

Sie hat sicherlich vieles erwartet aber nicht, dass er nur 1,36 Meter groß ist. Sie lässt den Abend dennoch auf sich zukommen und ist schnell von dem Charakter Alexandres in den Bann gezogen.

Es kommt wie es sich der Zuschauer wünscht: Diane und Alexandre werden ein Paar. Damit nehmen wir nicht viel vorweg, aber als Alexandre Diane darauf anspricht, dass er das Gefühl habe, sie halte ihre Treffen geheim. Steht sie wirklich zu Alexandre?

Mit „Mein ziemlich kleiner Freund“ ist ein Film gelungen, der eine Romanze mit lustigen Momenten paart und dabei auch die Ernsthaftigkeit einer Beziehung thematisiert.

Trailer Mein ziemlich kleiner Freund

Daten & Faten – Mein ziemlich kleiner Freund

Originaltitel: Un homme à la hauteur
FSK: ab 0 freigegeben
Prädikat: besonders wertvoll
Genre: Romance
Länge: 99 Minuten

Cast & Crew
Alexandre JEAN DUJARDIN
Diane VIRGINIE EFIRA
Bruno CÉDRIC KAHN
Coralie STÉPHANIE PAPANIAN
Regie LAURENT TIRARD
Drehbuch LAURENT TIRARD & GRÉGOIRE VIGNERON
nach dem Film „Corazón de Léon“ von MARCOS CARNEVALE
Produzentin SIDONIE DUMAS
Co-Produzent MATTHIAS EHRENBERG

Insiderwissen Laurent Tirard (Regie/Drehbuch)

Haben Sie sich mit kleinwüchsigen Menschen getroffen?
„Nicht nur das, wir brauchten ja auch ein Double von 1,40 Meter Größe für Jean. Brice – so heißt der Mann, den wir schließlich engagierten – ist in allen Einstellungen zu sehen, die Jean von hinten zeigen.

Er war jeden Tag am Set und Jean verbrachte viel Zeit mit ihm. Es war wichtig, ihn beim Dreh dabei zu haben, denn er hat viele der Situationen, die im Film vorkommen, selbst erlebt.

Andererseits wollten wir natürlich keinen Dokumentarfilm über kleinwüchsige Menschen drehen, sondern im Plauderton über durchaus gewichtige Dinge sprechen. Und eine gewisse poetische Distanz aufbauen, damit das Ganze eine Komödie bleibt.“

Insiderwissen Jean Dujardin (Alexandre)

Wie haben Sie sich der Figur des Alexandre genähert?
„Indem ich Laurent als erstes fragte, wie er sich das Ganze vorstellte. Er meinte dann, dass wir keine Komödie drehen würden, sondern eine Romanze (…).

Ich durfte meine Rolle also weder ironisch anlegen, noch spöttisch oder sarkastisch. Das gleiche galt für Virginie. Tatsächlich sollten wir überhaupt nicht komisch sein, sondern mussten unsere Liebesgeschichte ganz klassisch spielen.

Was nicht leicht, aber echt spannend war, weil ich dabei häufig auf den Knien agierte, über Virginies Kopf hinweg schauen musste, allein tanzte oder quasi Selbstgespräche führte. Der Witz in unserem Film geht von den Nebenfiguren aus, etwa dem Ex-Mann, der Mutter oder der Sekretärin, die uns beobachten und beurteilen.“

Haben Sie sich Gedanken über sein Anderssein gemacht, um die Rolle zu spielen?
„Nein, denn für meine Arbeit bin ich davon ausgegangen, dass Alexandre selbst sich nicht für klein hält. Er ist sogar ein großer Mann – ein großer kleiner Mann – dem es finanziell gut geht, der einen guten Job und ein großes Haus hat.

In gewisser Weise ist er überlebensgroß. Aber als ich dann mein Double Brice kennenlernte, der wirklich nur 1,40 Meter misst, habe ich mich natürlich gefragt, was für Schwierigkeiten er im Leben hat. Er erzählte mir dann auch von den Problemen, die ihm sein Anderssein bereitet, die Tatsache, dass man ihn entweder anstarrt oder überhaupt nicht beachtet.

Aber ich wollte keine Figur spielen, die jammert; ich wollte Optimismus ausstrahlen. Wenn es dann doch mal Szenen zu spielen gab, in denen ich traurig bin, holte ich mir Rat bei Brice, damit es nicht geheuchelt wirkt. Brice ist zwar ein zurückhaltender, zugleich aber auch ein sehr stolzer Mensch und ich wollte ihm gerecht werden. Mir lag sehr daran, authentisch zu wirken.“

Mehr Infos zum Film gibt es hier.