Internationales Filmfestival

28.Braunschweig-International-Filmfestival

Immer Anfang November tauchen sie überall im Stadtbild Braunschweigs auf, strahlend auf gelbem Grund. Sie blicken mal streng oder entrückt, mal verschmitzt oder verführerisch herab von Litfasssäulen, Plakatwänden, Straßenbahnen und Bussen.

Die markanten Augenpaare bekannter Filmgrößen sind das Markenzeichen des Internationalen Filmfestival Braunschweig. Filminteressierte und Kinofans wissen, jetzt kommt die beste Zeit des Jahres.

An sechs Tagen zeigt das Filmfest bis zu 140 Filmvorstellungen. Weitere Veranstaltungen wie Workshops, Filmkonzerte, Mitternachtsgespräche und Music Master Class kommen hinzu.

Das Braunschweiger Publikum und Besucher aus der gesamten Region wissen das umfassende Angebot zu schätzen. Mit 22.000 Besuchern ist das älteste Filmfestival Niedersachsens auch das größte des Landes.

Seit 1987 in Braunschweig etabliert

Dass es soweit kommen würde, war im November 1987 nicht absehbar. »Hochverehrtes Publikum, liebe Gäste, Freundinnen und Freunde des Films aus nah und fern! Es ist vollbracht, wir können es selbst kaum fassen, wir haben es geschafft! Here it comes: Das 1. Braunschweiger Filmfest!«, so überschwänglich begrüßten die Gründerinnen und Gründer das Publikum zur ersten Ausgabe.

Ohne es zu ahnen, hatten sie den Grundstein zu einer Institution gelegt, die aus dem Kulturleben der Stadt nicht mehr wegzudenken ist. Zwanzig Hochschulstudenten, Absolventen der Filmklasse der Hochschule der Bildenden Künste und Mitgliedern der »Filmkoop« hatten sich zusammen getan, um endlich die Filme zu zeigen, die sie selbst gerne gesehen hätten.

Basisdemokratisch konnte jeder seine Vorlieben einbringen, ob Hollywood- oder deutsches Autorenkino. Ein Liebhaberfestival von Cineasten für Cineasten, getragen vom Enthusiasmus der Vereinsmitglieder und vollständig organisiert auf ehrenamtlicher Basis.

Eine Liebhaberei, die viele teilten, denn die Zuschauerzahlen stiegen kontinuierlich. Erfolg macht Veränderungen notwendig: Die Organisation muss mit den Zuschauerzahlen wachsen, die Sparrunden der öffentlichen Haushalte und größere Konkurrenz durch bundesweit immer mehr Festivals zwingt zur Professionalisierung und zur Schärfung des Programms.

Das Filmfest nimmt die Herausforderung an. 1999 wird der erste Preis eingeführt. Der Publikumspreis für europäische Debüt- und Zweitfilme, benannt berühmtesten Braunschweiger: »Der Heinrich«. Zehn Filme konkurrieren um den mit 10.000 Euro dotierten Preis, das Publikum wählt mit seinen Stimmen den Sieger.

Im Jahr 2000 richtet das Filmfest erstmals eine feste Intendanz ein und ernennt Volker Kufahl zum künstlerischen Leiter: das Profil wird klarer, ein Sprung nach vorn.

Musik und Film

In der nationalen und internationalen Szene, sowohl Filmschaffenden als auch dem Publikum, ist das Filmfest für seine Ausrichtung auf das junge europäische Kino und seit 2001 auch für den Schwerpunkt »Musik und Film« bekannt.

Durch ihn unterscheidet es sich von fast allen anderen deutschen Festivals: Kaum ein Veranstalter legt den Fokus so stark auf die Musik. Obwohl gerade sie, neben den Bildern, heute immer stärker und ganz bewusst für den emotionalen Effekt eingesetzt wird, werden Komponisten überwiegend gar nicht wahrgenommen.

Das Filmfest hingegen stellt Musikschaffende im Mittelpunkt. Zum einen durch den Kurzfilm-Musikpreis Leo, mit dem seit 2003 die besondere Verbindung von Filmbild und Musik und Ton ausgezeichnet wird.
Zum anderen durch die Reihe »Musik & Film«, in der das Filmfest renommierte Filmkomponisten präsentiert.

International bekannte Namen wie Antoine Duhamel, Zbigniew Preisner, Carl Davis und Michael Nyman zeigen in Filmkonzerten im Staatstheater ihr Können und berichten in der Music Master Class von ihrer Arbeit. In Kooperation mit dem Staatsorchester Braunschweig präsentiert das Filmfest außerdem Stummfilmkonzerte, bei denen frühe Klassiker der Filmgeschichte in neuem Klanggewand erstrahlen.

2007 folgt ein weiterer Sprung: Mit dem deutsch-französischen Jugendpreis KINEMA krönt das Filmfest seinen langjährigen filmkulturellen Austausch mit der niedersächsischen Partnerregion Haute-Normandie.

Hauptpreis „Europa“

Und damit nicht genug: Mit »Der Europa« präsentiert das Filmfest einen neuen Hauptpreis, der auch bundesweit wahrgenommen wird. Die Auszeichnung für »herausragende schauspielerische Leitungen und Verdienste um die europäische Filmkultur« erlaubt es, die ganz großen Stars nach Braunschweig zu locken.

Hanna Schygulla ist die erste Preisträgerin, die von der Braunschweiger Künstlerin Susanne Hoppe geschaffene Statue überreicht bekommt. Die großzügige Unterstützung des langjährigen Hauptsponsors Volkswagen Financial Services macht diese Auszeichnung möglich.

Bei allen Veränderungen, bei allem Glamour, den die vier Preise dem Filmfest verleihen, ist es sich doch treu geblieben. Noch immer sind es die rund 35 Vereinsmitglieder, die hunderte von Filme sichten, um das Programm zusammenzustellen.

Noch immer sind es die Ehrenamtlichen, die von der Dekoration bis über den Katalog bis zur Betreuung der Größen aus der Filmbranche den entscheidenden Beitrag leisten, der den Charme des Festivals ausmacht.

Mit geschärftem Profil und professionalisierter Organisation geht das Filmfest in die Zukunft – die Begeisterung und Leidenschaft der Macher zum Medium Film ist noch immer so stark wie im ersten Jahr.

Text: Frank Terhorst

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